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ofenplatte

Eisenguss

Guss einer Eisenplatte

Sobald sich aus Erz flüssiges Eisen gewinnen ließ, konnte man Gusseisen produzieren.
Um Ofenplatten herzustellen, wurde ein Motiv in Holz geschnitzt und in Formsand gedrückt.
Es entstand eine Negativform in die beim Hochofenabstich das flüssige Gusseisen gegossen wurde.
Abguss mit gegossener Form

Die entscheidende Voraussetzung für die Herstellung solcher Ofenplatten war die Verflüssigung des Eisens, die erst mit der Einführung der Hochofentechnik und den dort erreichten hohen Temperaturen möglich geworden war. Während der Eisenguss zunächst der Produktion von militärischem Gerät diente, wurde im ausgehenden 15. Jahrhundert die Herstellung von Ofenplatten eine der Hauptaufgaben der Eisenhütten. Wo sich die notwendigen Rohstoffe (Erz, Wasser, Holz) vorfanden, wurden im 16. Jahrhundert solche Eisen verarbeitende Betriebe errichtet. Zu den wichtigsten Regionen des Ofengusses gehörten u. a. das Siegerland, die Eifel, das Saargebiet und auch der Harz. Quelle: https://www.schlossmuseum.de/sammlungen/kaleidoskop/kaleidoskop-41-50/49-gusseiserne-ofenplatte-von-1634/


Herdguss

Das Model (Holzform) wird in ein Sandbett mit frisch ein gesiebten Formsand gelegt und mit dem Setzhammer gleichmäßig ein geklopft. Dabei wird das Model mit der Setzwaage ausgerichtet.
Bei größeren Platten wird die Rückseite des Models mit Gewichten beschwert, damit das Model von der Seite her mit Formsand unterfüttert werden kann.
Die Gewichte wurden entfernt. Mit leichten Hammerschlägen lockert der Former das Model und nimmt es vorsichtig ab. Fehler in der Gussform werden von Hand ausgebessert und eine „Angussrinne“ angelegt
In diese „Angussrinne“ auch Anschnitt genannt, gießt nun der Gießer flüssiges Eisen aus dem Hochofen. Das Gießen erfordert viel Erfahrung, eine ruhige Hand und das Einschätzen der richtigen Fließgeschwindigkeit._Foto: Ausstellung im Freilichtmuseum Hessenpark Eisenkunstguss und Ofenplatten.

Weiterführende Information zum Thema als .pdf ofenplatte_eisenguss_.pdf


Ofenplatte

Das Ölwunder des Elisäus, Hütte Braunfels, datiert 1694

Die Platte thematisiert das Ölwunder von Sarepta. Die großformatige Eisenplatte (80 x 70 cm) im Stil des fortgeschrittenen 16. Jahrhunderts ist im oberen Bereich flächendeckend mit reicher Renaissancearchitektur, Fässern, Krügen und Personen ausgefüllt. Sie darf als hervorragendes, einheitlich komponiertes Erzeugnis der Hütte in Braunfels angesehen werden. ofenplatte_eisenguss_.pdf mit weiteren Details

Die Darstellung basiert auf nachfolgender Legende: Der Prophet Elija kehrt bei einer Witwe ein, die ihre letzte Ration Mehl und Öl zubereitet. Er wird bewirtet und durch den göttlichen Segen erneuert sich der Vorrat kontinuierlich. Während Elijas bei der Witwe verweilt, stirbt ihr Sohn. Wie durch ein Wunder, gelingt Elijas seine Auferweckung von den Toten. Vgl. https://rlp.museum-digital.de/object/79866

Die lateinische Kopfzeile zitiert einen bekannten Bibelvers, während der deutschsprachige Text darunter eine biblische Erzählung wiedergibt. Es handelt sich um eine ältere Sprachform (wahrscheinlich eine Mischung aus Latein und historischem Deutsch).

Text der Ofenplatte

NON EST INOPIA TIMENTIBVS DEVM PSALM 33

GHEN SAREPT GESANT ELISA VON GOTT ALS SIE LITEN GROES HVNGERSNOT EIN WENIG ÖHLS VND MEHLS ERFANT DAVON SPEIST ER DAS GANTZE LANT ALSO SEIN GVT VNS WERDE ZWAR ALS DAS DREY VND SECHTAEGSTEN IAR REGVM 4 W M G Z S Br 1694 (Wilhelm Moritz Graf Zu Solms Braunfels)


NON EST INOPIA TIMENTIBVS DEVM PSALM 33 Denjenigen, die Gott fürchten, mangelt es an nichts.

Der lateinische Text beginnt mit „ NON EST INOPIA TIMENTIBVS DEVM PSALM 33“. Dies ist ein Zitat aus der Vulgata (der lateinischen Bibel), konkret aus Psalm 34,10 (in der Zählung der Vulgata als Psalm 33 geführt). Psalm 34,10-11 (HFA): „Begegnet dem HERRN mit Ehrfurcht, alle, die ihr zu ihm gehört! Denn wer ihn ernst nimmt, der muss keinen Mangel leiden.“ Psalm 34, 10. (Lutherübersetzung, 1940) Fürchtet den Herrn, ihr seine Heilige! Denn die ihn fürchten haben keinen Mangel.


Hintergrundinformation

Viele Ofenplatten aus dem 17. Jahrhundert sind mit unterschiedlichen Bibel-Zitaten aus dem Alten Testament (Zweites Buch der Könige, Kapitel 4) versehen:

„Das Öhl gar reichlich sich vermehrt Der Sohn vom Todt zum Leben kehrt Im Todt Dich Gottes Güt beweist / Mit wenig Brots vil Menschen speist“.


GHEN SAREPT GESANT ELISA VON GOTT ALS SIE LITEN

Nach Sarepta gesandt Elisa von Gott als sie litten


GROES HVNGERSNOT EIN WENIG ÖHLS VND MEHLS

Große Hungersnot und ein wenig Öl und Mehl er fand


ER FANT ……. DAVON SPEIST ER DAS GANTZE LANT ALSO

er fand ……. Davon speist er das ganze Land also


SEIN GVT VNS WERDE Z WAR ALS DAS DREY VND

sein Güte uns werde zwar als das drey und


SECHTAEGSTEN IAR REGVM Wilhelm Moritz Graf Zu Solms Braunfels 1694

Sechzigste Jahr der Regierung von Wilhelm Moritz Graf Zu Solms Braunfels 1694


Kastenofen

Form: Fünf Ofenplatten werden zu einem Kastenofen zusammengebaut. Wenn Abbildungen aus der Bibel dargestellt wurden, werden sie auch Bibelöfen genannt, die teilweise bunt bemalt waren.

Die Beheizung erfolgte durch einen Nebenraum (Hinterlader, Beileger) Vorwiegend in den Häusern wohlhabender Bürger zu finden.

Die Bodenplatte hatte nach oben, die Deckplatte nach unten aufgegossene Stege, die wie eine Rinne ausgebildet waren. Diese Rinnen (Nut) nahmen die Stirn- und die Seitenplatten auf.


Bauteile eines Kastenofens

Ansicht von der Seite ……….. - von vorne ……………. von oben ………………. von Hinten (Hinterlader)


Ofenplatten sind

- gusseiserne Platten (für einen Ofen mit 5 Platten)

- Platten mussten eine gleichmäßige Dicke besitzen um Spannungen innerhalb des Materials während der Befeuerung zu vermeiden (Spannungsrisse)

- in unterschiedlichen Größen

- oft mit Reliefs geschmückt

- Einzelteile von eisernen Kastenofen, Hinterladerofen (15. bis 19. Jahrhundert)

- Befeuerung wie beim Kachelofen

- haben eine Nut, an denen man sie zum kastenförmigen Heizkörper zusammenfügte

- eine glatte Oberfläche ist schwierig herzustellen, als eine verzierte Oberfläche. Dies ist der Grund für künstlerische Darstellungen. In Gebieten mit Reformatorischen Bekenntnis, wie im Siegerland, Hessen und Harz überwogen biblische Darstellungen.


Ofenplatten im Schloss Braunfels, Station 15 https://www.museum.de/audioguide/411/15/DE

Ofenplatten aus der Frühen Neuzeit (angepasst). Ursprünglich waren sie in Form eines Kastenofens zusammengesetzt. Kastenöfen waren häufig fünfseitig und wurden vom Nachbarraum aus beheizt. Dies hatte den Vorteil, dass es im Wohnraum keine Rauch- und Staubbelästigung gab. Die großen Oberflächen der Öfen boten viel Platz für bildliche Darstellungen, um die herrschaftlichen Räume zu dekorieren. Besonders beliebt waren in der Frühen Neuzeit biblische Szenen oder Wappen. Auch höfische Szenen wurden abgebildet. Ein besonders schönes Beispiel ist die älteste Ofenplatte aus dem Solmser Land. Sie wurde im frühen 16. Jahrhundert gegossen und zeigt romantische Szenen.

Erhaltene Kastenöfen

Die Ofenplatten sind Produkte der frühen Eisenindustrie im Solmser Land. Bereits 1495 wurde das Bergregal an Graf Otto II. verliehen. Das Bergregal ist ein wichtiges landesherrliches Privileg. Sobald sich aus Erz flüssiges Eisen gewinnen ließ, konnte man Gusseisen produzieren. Um Ofenplatten herzustellen, wurde ein Motiv in Holz geschnitzt und in Formsand gedrückt. Die so entstandene Negativform wurde mit Gusseisen ausgefüllt. Die Ofenplatten, die im Schloss Braunfels zu sehen sind, wurden rund 15 Kilometer von Braunfels entfernt in Aßlar produziert. 1587 gründete Graf Conrad zu Solms-Braunfels dort die Aßlarer Hütte. Bedeutung gewann sie vor allem als wichtigste mittelhessische Rüstungsschmiede. Denn nicht nur häusliche Öfen, sondern auch Kanonen und Kanonenkugeln wurden hier gegossen.


Weiterführende Information zum Thema als .pdf ofenplatte_eisenguss_.pdf


Kaminplatte

Kaminplatten sind

- gusseiserner Platten, in verschiedenen Dicken, einfach zu gießen

- meist mit Reliefs (z. B. Wappen) geschmückt

- vor der Rückwand eines offenen Kamins angebracht

- schützten das Mauerwerk vor dem Kaminfeuer

- reflektierten die Hitze in den Raum vor dem Kanin

- speicherte die Wärme des Feuers und gab sie auch nach dessen erlöschen noch ab.

Beschreibung der Kaminplatte: Pro Patria steht für das Vaterland. Sie ist eine der ersten politisch motivierten Kaminplatten der Welt. In Zeiten des niederländischen Freiheitskampfes gegen die Spanier (1568 -1648) entstand diese Ofenplatte. 1568 und 1572 könnte Wilhelm von Oranien ein Heer zur Befreiung der Niederlande auf der Ginsburg (Siegerland) versammelt haben. Er wird darum in den Niederlanden als „Vater des Vaterlandes“ verehrt. Auf der Kaminplatte „Pro Patria“ ist die damalige Situation dargestellt.

Bei der abgebildeten Figur handelt es sich um die Nederlandse Maagd (Personifikation der Freiheit) mit einem Speer in der Hand, der auf der Spitze den Geusenhut der Freiheit trägt. Der gekrönte, aufgerichtete Löwe, hält in der rechten Tatze das Schwert (kampfbereit) und in der linken Tatze die sieben Pfeile der sieben Provinzen, vereint in der Utrechter Union. Der Korb um diese Szene herum zeigt den „Garten Hollands“, das Symbol der Abgeschlossenheit der Niederlande.

Landesname: Holandia (Maagd)
Geusenhut: Freiheit (Geusen und Wilhelm von Oranien)
Pro Patria: Für das Vaterland
Schwert: Ich kann mich verteidigen
Holandia: mit Stab oder Speer
Löwe: Nassauischer Löwe (W.v.O.), Wappentier mit Krone, stark, königlich
7 Pfeile: 7 nördliche Provinzen, Utrechter Union
Zaun: Abgegrenztes Gebiet, „Unser Gebiet“

Kaminplatte „Ora et Labora“

Dies ist die bekannteste Kaminplatte des Siegerlandes. Leider sind Herstellerdaten und auch das Herstellungsjahr unbekannt (ca. 18. Jahrhundert).

Der in unteren Plattenmitte ist der Spruch „Ora et labora„ zu lesen. Dieser benediktinische Leitsatz bedeutet so viel wie‚ Bete und arbeite und spiegelt die grundlegende Lebensweise der Mönche wider. Dieser Leitsatz vereint Gebet und Arbeit auf einzigartige Weise. Geistige als auch körperliche Tätigkeiten werden als unerlässlich angesehen, um ein ausgewogenes Leben zu führen. Diese Tradition und ihre Grundsätze sind auch heute noch von großer Relevanz und finden in der modernen Welt zahlreiche Deutungen und Anwendungen.

Kaminplatte „Ora et Labora“ ofenplatte_eisenguss_.pdf mit weiteren Details

Museum des Siegerlandes

Eisenplatten - Abbildungen von 1953 -1955


POUR PARVENIR IL FAUT ENDURER

Um etwas zu erreichen, muss man durchhalten – Diese Eisengussplatte o.J., stammt evtl. von Buderus. JL könnte der Empfänger sein??Sie zeigt den Abbau von Bodenschätzen. Stollengang unter hügeliger Landschaft mit Tieren und Pflanzen, im Stollengang zwei Bergleute, wovon einer eine Fackel hält und der andere Bergmann mit Eisen und Schlägel den Fels bearbeitet. Die Platte misst 56 x 42 cm und ist in eine Verhältnismäßig starken Ausführung (ca. 1 cm dick).
POUR PARVENIR IL FAUT ENDURER - „Der Erfolg erfordert Fleiß und Ausdauer“ als .pdf ofenplatte_eisenguss_.pdf
Herzlichen Dank an Wolfgang Küppers!


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Takenplatte

Die Takenheizung kann als Vorläufer der modernen Heizung angesehen werden. In dem (kleinen) zu erwärmenden Raum selbst, ist keine Feuerstätte.

Das Feuer brennt in einem offenen Kamin mit einer Eisenplatte zum Nachbarraum. Hinter der Rakenplatte ist die Mauer offen und gibt die Wärme an den Nachbarraum ab. Oft gibt es in diesem Raum einen Schrank mit der Möglichkeit Speisen warm zu halten. Takenplatten sind im Gebiet der Eifel, Saarland, Lothringen und Luxemburg verbreitet.

Takenplatten („Abdeckplatten“, vom lat. tegere = bedecken, abdecken) sind

- gusseiserne Platten,

- meist in Bauernhäusern bis ins 19. Jahrhundert

- Platten sind in einer Aussparung in der Feuerwand zwischen Küche und Stube eingemauert

- leiteten die Wärme des offenen Feuers in der Küche zur Stube.

- Motiv im Wohnraum (Stube) sichtbar - öffnen des Takenschrankes


Der Heilige Georg bekämpft den Drachen

Die Plattengröße beträgt 48 x 35 cm bei einer dicke von ca. 2,5cm. Sie wiegt über über 20 kg. An allen Seiten hat diese Platte eine Abschlusskante. Das lässt auf einen Einbau der Platte in einen Rahmen in einer Mauer als wahrscheinlich erscheinen. Die Rückseite der Platte weist Brandspuren auf. (Vorläufige Einordnung als Takenplatte.)

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Eisenguss

Tür der Fürstengruft

Nach der Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden in Siegen die wohl wuchtigsten Werke des deutschen Eisengusses jener Zeit. 1663 goß Hermann Pithan in Marienborn das Klever Grabmal des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604 - 1679). Eindrucksvoll ist auch das zweiflügelige Portal dieser Fürstengruft in Siegen (Unteres Schloss). Es ist mit dem Fürstenwappen des Johann Moritz und der Jahreszahl 1669 geschmückt. „Das Ganze in seiner wohlausgewogenen Gestaltung aus dem Geiste des Barock ist der künstlerische Entwurf eines holländischen Meisterst. der in dem Kreise der Quellinus, Eggers oder Pieter Post zu suchen ist, denen der Fürst ein Mäzen war. Das Tor wurde in seinem Auftrag von Johann Pithan in Marienborn gegossen (Fickeler, S. 102) Die in das Gewölbe der Gruft herabführenden Treppenstufen sind sämtlich mit großen Eisenplatten belegt, auf denen das Johanniterkreuz, die Jahreszahl 1669, sowie Namen und Titulatur des Fürsten zu sehen sind. (Fickeler 1952, Lück 1959)


Fußbodenplatten

Diese Fußbodenplatten liegen im Eingangsbereich des „Oberen Schlosses“ in Siegen (Museum). Ursprünglich stammen sie aus der Nikolaikirche in Siegen.

1661 erhielt die Nikolaikirche einen Fußbodenbelag aus 499 gusseisernen quadratischen Platten (2 cm dicken, 62 x 62 cm großen). Überwiegend waren sie mit dem Johanniterkreuz geziert; Fürst Johann Moritz war 1654 zum Herrenmeister des Johanniterordens ernannt worden. Einige Platten zeigen neben dem Mittelstern vier kleine Nebensterne, ande¬re neben dem Johanniterkreuz die Namen der bürgerlichen Stifter, ihr Monogramm oder ihr Hauszeichen. Mehrere Tafeln tragen ein Familienwappen, auf Zweien war das oranische Löwenwappen zu sehen. Von den 499 Platten lieferten die Gießmeister Heydrich Pithan 186, Jakob Stauff 135, Johannes Kreuz 24, Henrich Stähler 108, Hermann Daub 46. 80 der bei Heydrich Pithan gegossenen Platten stiftete Fürst Johann Moritz persönlich. Weitere 120 Platten wurden von Siegener Bürgern gestiftet. Die übrigen 299 Platten mussten von der Gemeinde durch Kollekten finanziert werden. „Die künstlerisch anspruchslosen Platten zeigen in der absoluten Sicherheit der Aufteilung des Raumes durch Johanniterkreuz, Monogramm oder Haus¬zeichen und durch die auf die 4 Ecken verteilten Jahreszahlen, das der Zeit entsprechende sichere handwerkliche Können.“ 1905, beim Umbau der Kirche, wurden die Platten entfernt.

Literatur: Aus einem Guß, Von alten Siegerländer Eisengießern und ihren Produkten Begleitheft zur Sonderausstellung 13. Februar 10. April 1994, Museum des Siegerlandes. Seite 34


Weiterführende Information zum Thema als .pdf ofenplatte_eisenguss_.pdf


Backform


Herzlichen Dank an

Dirk Steinmeister, München und
Dr. M. Kremer, Dillingen https://www.kaminplattensammlung-kremer.de
Wolfgang Küppers, Moers

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Kunstguss

Eisenhardter Tiefbau

Die dekorative Bergbau-Reliefplatte aus Bronze zeigt detailliert die Schachtanlag der Grube Eisenharter Tiefbau bei Siegen. Diese Platten wurden bei Buderus–Kunstguss Hirzenhain- hergestellt. Ein Großteil der im 20. Jahrhundert in Deutschland verbreiteten gusseisernen Wandplatten und Bergbau-Reliefs stammt aus den hessischen Buderus-Werken. Auf der Rückseite sind sie oft mit dem unverkennbaren Buderus-Logo oder Schriftzug versehen.

Geschichtliches: Kunst aus Gusseisen Um 1678 entstand in Hirzenhain der erste mit Holzkohle befeuerte Hochofen. Das geschmolzene Eisen führte zu den heute bekannten Kunstgusserzeugnissen, z.B. Ofenplatten mit Reliefs. Seit 1731 gehörte die Schmiede von Hirzenhain der Familie Buderus. Johann Wilhelm Buderus leitete zuvor die Eisenhütte in Ruppertsburg bei Laubach, die dem Grafen von Solms-Laubach gehörte. Nach dem Tod von Buderus übernahm seine Frau Elisabetha Magdalena die Hütte mit zehn Mitarbeitern in Hirzenhain. Ab 1762 leitete Johann Wilhelm Buderus II das Unternehmen. 1779 pachtete er die Schmiede in Feldatal, hielt das Monopol für den Eisenverkauf und hatte Erzschürfrechte in verschiedenen Gebieten. Hugo Buderus übernahm 1891 das Werk Hirzenhain und wenig später die Main-Weser-Hütte bei Lollar. Die fusionierten „Eisenwerke Hirzenhain & Lollar“ nutzten die Lönholdt-Öfen, die von oben mit Braunkohle, Steinkohle oder Koks beschickt werden konnten. Mit steigenden Abguss-Temperaturen durch den Hochofenbetrieb mit Koks, feineren Formsanden und Modelliertechniken konnten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts feine Schmuckstücke gestaltet werden. 1898 ließ sich die Firma einen gusseisernen Gliederheizkessel patentieren – es entstand die erste Fabrik für Heizkörper auf dem europäischen Kontinent. Nach dem Zweiten Weltkrieg verpflichtete Buderus den Bildhauer Peter Lipp. Die Produktion von Kunstwerken aus Gusseisen erlebte u.a. durch ihn eine kurzzeitige Renaissance in Hirzenhain. Die Hirzenhainer Kunstschmiede schloss 2015. (Quelle: Auszug aus Niessen, Klaus, Kunst aus Gusseisen, 2017)


Reliefplatte Helsper

W. Helsper – ein bekannter Künstler, Modelleur und Entwerfer für Gusseisen Kunstwerke im Siegerland. Seine Entwürfe wurden Mitte des 20. Jahrhundert u.a.von der traditionsreichen Herdorfer Hütte ( siehe Rückseite – Friedrichshütte in Herdorf) gegossen. Sein Stil ist der zeittypische Arbeiterstil (Industrierealismus/Art Deco) und zeigt oft Gießer, Schmiede und Bergleute bei der Arbeit. Die Rückseite dieser Platte zeigt die Aufschrift “ FRIEDRICHSHÜTTE - AG HERDORF“ (Es gibt auch Rückseiten ohne Guss-Buchstaben).

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Quellen:

- Eisenöfen, Entwicklung – Form – Technik von Wingolf Lehnemann

- Ofenmuseum: https://www.ofen-und-eisenmuseum.de/impressionen/takenplatten-und-takenschr%C3%A4nke.html

- Stadt Siegen, Siegerlandmuseum im Oberen Schloß, Dr. Jürgen H. Schawacht, Aus einem Guß, Von alten Siegerländer Eisengießern und ihren Produkten, Sonderausstellung 13. Februar 10. April 1994


Weiterführende Information zum Thema als .pdf …….incl. Kuchenrezept ofenplatte_eisenguss_.pdf

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