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Hohlwege

- Alte Wege - Neue Straßen -

Bereits im Mittelalter waren die Hohlwege ein Teil der Fernhandelswege. Man versuchte schnell von den Tälern aus auf die Berge zu gelangen, weil die Wege in den Tälern teilweise für schwere Lasten nicht geeignet und sumpfig waren.

Entstehung und Ausprägung von Hohlwegen

Durch das Gewicht der Transportwagen (Holzkohle, Erze, Metallwaren) vertieften die Räder (eisenbeschlagene Räder / Radnägel) die Fahrspuren und wurden zu einem „Wagengleis“. Diese wurden immer weiter spurgetreu befahren (Alle Wagen waren in etwa gleich breit). Zu talfahrende, schwer beladene Wagen beanspruchten durch bremsende und blockierende Räder die „Straße“ erheblich. Die Erosion (Ausschwemmung durch Regenwasser) tat, je nach Härte des Gesteinsuntergrundes, ein übrigens. Dort wo keine Gleise zu finden sind, wurde der Hohlweg wahrscheinlich geschliffen (in der Mitte begradigt, vertieft, um eine Weiterfahrt zu ermöglichen). War ein Hohlweg besetzt, nahm man einen Weg der daneben lag.

Fernwege

Auf der Fernwegekarte von 1612 ist neben Paris, Danzig, Venedig auch Siegen aufgeführt. Das zeigt wie wichtig Siegen für den Fernhandel als Eisen- und Stahlstandort war. Für das Erschmelzen und Schmieden von Eisen wurde Holzkohle benötigt. Dafür wurde in der Zeit von 1721 bis 1738 54580 Karren Holzkohle von Wittgenstein ins Siegerland gebracht. Der Eisentransport ins Bergische Land betrug in diesem Zeitraum ca. 3000 Karren.


Spuren der Handelswege

Auf der Karte ist ein besonders schützenswerter Bereich der Hohlwege in der Waldgenossenschaft Niederdielfen zu finden. In einem Teilbereich des Handelsweges nach Wetzlar befinden sich hier im Gräbenwald originale Hohlwege. Sie sind heute noch erhalten, weil die angrenzenden und überstehenden Weißtannen (und deren Samen) vor Jahren durch einen Verbiss-Schutz-Zaun gesichert wurden. Bestrebungen, diese oder andere Hohlwege wegen der besseren Holznutzung zu verfüllen wurde immer wieder widersprochen, da die Hohlwege erhaltenswerte Bodendenkmäler darstellen.

Hohlwege im Gräbenwald - an der B 54 (im Grenzbereich zu Kaan-Marienborn) und in der Hütschelsbach.


Hohlwege im Gräbenwald

Einschnitte oberhalb der Fludersbachquelle.

Bodenprofil eines verfüllten Hohlweges von der Martinshardt/ Leimbachtal. Deutlich ist die Vertiefung der Räder zu erkennen.

Rundumblick oberhalb der Weißtannen Richtung Obersdorf.

Untersuchung eines Hohlwegs

Sachunterricht in einer vierten Klasse

Überlegungen: In Nähe der Lindenbergschule sind neben der B 54 in Richtung Eremitage und von dort in Richtung Rödgen, die Reste von alten Verkehrswegen im Gelände zu erkennen. Diese Wege, auch „Hohlwege“ genannt wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte von Fuhrwerken im Boden ausgefahren. An der Sohle dieser Hohlwege lassen sich meist/evtl. noch heute die Spuren der Wagenräder in Form von tief ausgefahrenen Gleisen finden. Die „Erforschung“ dieser alten Spuren könnte für Grundschüler eine spannende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit darstellen. Gleichzeitig könnte ein Vergleich des Verkehrs früher und heute, mit einer Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen des heutigen Verkehrs und das Aufzeigen von Alternativen geschehen.
Lage des UntersuchungsgebietsUntersuchung der HohlwegeUntersuchungsgebiet
hohlweg_planung_karl_heupel.pdfgenehmigung2.pdf genehmigung1.pdf

Ergebnisprotokoll






Presse

Literaturangaben

kohlehandel.pdf Aufsatz zur Forstwirtschaft und Industrie 1909

Kreis Siegen-Wittgenstein, Dokumentation „Hohlwege und alte Straßen“, Frühjahr 1999

weitere Literatur siehe Planung hohlweg_planung_karl_heupel.pdf

Karl-Heupel@gmx.de Medienzentrum Siegen-Wittgenstein

hohlwege.txt · Zuletzt geändert: von heupel