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grubenlampen:einsatz_dieser_lampe_an_der_front_wki

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grubenlampen:einsatz_dieser_lampe_an_der_front_wki [2020/03/26 11:30]
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grubenlampen:einsatz_dieser_lampe_an_der_front_wki [2020/05/31 18:26]
heupel
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 "Der teuflischste Anblick, den ich je gesehen habe", schrieb ein Kriegsreporter über die Explosion, "die ganze Landschaft erleuchtete in einem roten Licht"​. Unmittelbar danach schossen die Alliierten aus allen Rohren auf den desorientierten Gegner und rückten vor. Wenige Stunden später hatten sie ein Teilstück der jahrelang so erstarrten Ypern-Front erobert; mehr als 7000 Deutsche gerieten in Gefangenschaft,​ bis zu 10.000 gelten als vermisst - die meisten dürften Opfer der Minen geworden sein." "Der teuflischste Anblick, den ich je gesehen habe", schrieb ein Kriegsreporter über die Explosion, "die ganze Landschaft erleuchtete in einem roten Licht"​. Unmittelbar danach schossen die Alliierten aus allen Rohren auf den desorientierten Gegner und rückten vor. Wenige Stunden später hatten sie ein Teilstück der jahrelang so erstarrten Ypern-Front erobert; mehr als 7000 Deutsche gerieten in Gefangenschaft,​ bis zu 10.000 gelten als vermisst - die meisten dürften Opfer der Minen geworden sein."
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 +===Pioniere mit einem „Minenhund“=== ​
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 +"​…Beseler hatte nun bestimmte Zeiten festgesetzt,​ also meinetwegen mussten in einer Stunde mindestens x Rahmen gesetzt sein. Wenn zehn bis zwölf dieser Rahmen standen, wurden sie mit angenagelten Latten versteift, und der Gang war also unterirdisch parkettiert und gedeckt und auch an den Seiten rieselte höchstens dann und wann etwas Sand durch. Das Schwierigste und Unangenehmste an der ganzen Geschichte war zunächst der Abtransport der losgehauenen Erde. Man konnte sie – so ein Stollen war manchmal 100 Meter und länger – natürlich am Eingang nicht aufstapeln, da der Feind daran sofort die Minier-Arbeiten erkannt hätte. Man musste also den Dreck umständlich in Sandsäcke füllen und durch die kilometerlangen Laufgräben bis hinter die erste Infanterie-Stellung schleppen. Je länger der Stollen wurde, desto schwieriger natürlich das Herausschaffen der Erde aus eben diesem Stollen. Entweder hatte man dazu sogenannte „Minenhunde“,​ kleine Karren mit einem Tau zum Ziehen, oder aber im Stollen musste sich eine Kette von Pionieren hinlegen. Und zwar jeder auf den Rücken, mit dem Gesicht zum „Mineur vor Ort“, wobei der Körper des Vordermannes mit dem Kopf auf dem Bauch des Hintermannes lag. 
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 +Jetzt wurden die Säcke gleich vor Ort gefüllt, die nun von Hand zu Hand bis an den Eingang gingen. Ein schöner Schliff, wenn man hundert solcher schweren Säcke im hochgestemmten Arm weitergereicht hat und man schon nach dem dritten nicht mehr aus den Augen sehen kann, weil sie voll Sand geträufelt sind.
 +Ich habe als Junker dieses Rahmen-Setzen natürlich auch – und zwar ganz gehörig – lernen müssen, eine Sache, die mir äußerst unangenehm war. Auf allen Vieren muss man, wenn die Ablösung kommt, mit dem Werkzeug – den „Minenkratzern“ und den „Lattenhauern“ – hundert und mehr Meter in den stockdunklen Gang hineinkriechen. Vor Ort brennt eine trübe, sogenannte Sicherheits-Lampe,​ eine Hitze, eine Luft zum Umkommen, obwohl mit dem „Minenteufel“,​ einer Art Ventilator, immer neue Luft durch lange Ofenrohre von draußen hereingepumpt wird.
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 +Der Sand rieselt einem durch die Fugen der Decken in den Hals und das Gemeinste ist ein unbestimmtes Angstgefühl – man weiß selber nicht wovor. Vielleicht ist die knappe Luft daran schuld, oder der Gedanke, das Gefühl, zerquetscht werden zu können. ​
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 +Im Frieden ging es ja noch, aber im Kriege war es wesentlich unangenehmer. Eine Truppe, ganz gleich ob Artillerie, Infanterie oder Kavallerie, die nicht minieren konnte, war einfach verloren. Das einzige Mittel, um sich gegen das schwere Steilfeuer zu schützen, war der Stollenbau, und ich habe mich oft gewundert, wie schnell sich so eine ungeübte Truppe in den Berg hineinwühlen konnte. Man wandte diesen Stollenbau immer bei „Hangstellungen“ an.…"​
 +Quelle: Hans Tröbst, ​ Lebenserinnerungen  ​
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 [[http://​www.welt.de/​geschichte/​article134492361/​Die-groesste-konventionelle-Explosion-traf-die-Bayern.html|400 Tonnen Sprengstoff zündeten die Briten 1917 unter den deutschen Linien. 10000 Bayern fielen. Es war die bis dahin lauteste und größte künstliche Explosion]] [[http://​www.welt.de/​geschichte/​article134492361/​Die-groesste-konventionelle-Explosion-traf-die-Bayern.html|400 Tonnen Sprengstoff zündeten die Briten 1917 unter den deutschen Linien. 10000 Bayern fielen. Es war die bis dahin lauteste und größte künstliche Explosion]]
grubenlampen/einsatz_dieser_lampe_an_der_front_wki.txt · Zuletzt geändert: 2020/05/31 18:26 von heupel