| Krumm, seit 1999 im Amt, war sich
gestern jedoch nicht sicher, ob die Wilgersdorfer Waldgenossen
damit gleichzeitig auch Rechtsnachfolger seien. An den
Schachteinsturz im Jahr 1983 kann sich Krumm jedenfalls noch gut
erinnern. Als Kind habe er damals Steinchen in den Schacht
geworfen. Für die Kosten der Verfüllung sei die
Haubergsgenossenschaft damals nicht aufgekommen, erklärte Krumm.
Die gesamte Aktion inklusive Bezahlung habe das Bergamt übernommen.
Über insgesamt zwei Schächte habe die Grube ursprünglich
verfügt. Der ältere »nur« 178 Meter tiefe Schacht befindet
sich demnach nur einen Steinwurf vom Wilgersdorfer Sportplatz
entfernt. Verborgen unter einer Schicht Erde und einer
Betonplatte, die nach einem Tagesbruch im Jahr 1983 gegossen
worden war. Aber auch der jetzt betroffene 450-Meter-Schacht sei
schon einmal eingestürzt, erklärte Vierhaus. Und zwar 1973.
Damals wurde der Tagesbruch mit großen Mengen Haldenmaterial verfüllt.
Anschließend wurde der Schacht mit einer Betonplatte
verschlossen.
Ob sich der senkrecht abfallende Schacht direkt unter dem
mittlerweile mit Wasser gefüllten Krater befindet oder in seiner
unmittelbaren Nähe, konnte Vierhaus gestern nicht sagen. Auch über
die Ursache des Erdrutsches konnte der Bergbaufachmann gestern
keine Auskunft geben. Vielleicht, so Vierhaus, seien die Schachtwände
defekt. Oberflächenmaterial könnte dann in den Schacht
nachrutschen. Überprüft wird die Sachlage am Montag. Gemeinsam
mit dem Wilnsdorfer Ordnungsamt habe er den Tagesbruch gestern in
Augenschein genommen, erklärte Vierhaus. Der Bauhof der Gemeinde
Wilnsdorf sicherte den Krater daraufhin erst einmal mit einer Umzäunung
und Warnschildern ab.
Im Anschluss an die Untersuchungen, die am Montag anlaufen
sollen, wird sich entscheiden, wie der Tagesbruch verfüllt werden
kann. Ein Verfahren, das für den aktuellen Eigentümer des Geländes
kostspielig werden kann. Vierhaus erklärte, dass sich der
Rechtsnachfolger der ehemaligen Grubeninhaber – nach
SZ-Recherchen wurde das Bergwerk zuletzt von einer englischen
Gesellschaft betrieben –
um die Sicherung des Tagesbruchs kümmern muss. Eigentümer des
gesamten Naturschutzgebietes ist inzwischen jedenfalls die »Waldgenossenschaft
Hauberg Wilgersdorf«, wie deren Haubergsvorsteher Ulrich Krumm
gestern gegenüber der SZ bestätigte.
Text: Siegener Zeitung,
4.12.2004, Seite 6 |